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Patienten, die aufgrund einer Erkrankung dauerhaft mit blutverdünnenden Mitteln behandelt werden, haben in Deutschland die Möglichkeit, ihre Gerinnungswerte mit geeigneten Geräten selbst zu kontrollieren und gegebenenfalls Dosisanpassungen ihres Medikaments vorzunehmen (Patientenselbstmanagement, PSM; s.a. Bundesanzeiger §128 SGB V Produktgruppe 21.34.01e). Dieses Privileg wurde 1986 eingeführt und ist weltweit noch immer fast einzigartig.
Voraussetzung für eine Teilnahme am PSM sind neben einer zugelassenen Indikation (s.u.) die erfolgreiche Teilnahme an einer qualifizierten Schulung. Hier werden grundlegende Kenntnisse zur Blutgerinnung, der praktische Umgang mit dem Gerät und die Dosisanpassung des Medikaments vermittelt (s.a. INRatio-Schulungsprogramm).
Die Vorteile:
- Deutliche Verringerung von Komplikationen
Im Vergleich mit herkömmlicher Behandlung gingen Blutungskomplikationen um 60% und thromboembolische Ereignisse sogar um 70% zurück.
- Kontinuierlich stabile Werte im therapeutischen Bereich
Studien konnten zeigen, das die Werte bei Patienten im Selbstmanagement zu bis zu 90% im therapeutischen Bereich lagen, während bei herkömmlicher Kontrolle durch den Hausarzt nur Werte von etwa 60% erreicht wurden.
- Kapillarblutentnahme schont die Venen
Die Entnahme eines Bluttropfens aus der Fingerbeere macht eine intensive Gerinnungskontrolle auch bei Patienten möglich, wo aufgrund schlechter Venenverhältnisse eine Blutentnahme Schwierigkeiten bereitet.
- Mehr Mobilität und Lebensqualität
Eine Messung ist jederzeit und überall möglich. Falls erforderlich, kann die Dosis des Medikaments sofort angepaßt werden.
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